Das Recht auf Fauhlheit und individuelle Enteignung

von Enrico Arrigioni, A5, 16 Seiten

 

Seit langem fordert man das Recht auf Arbeit, das Recht auf Brot, während die Arbeit in Wirklichkeit dabei ist uns abzustumpfen. Wir sind nichts als Wölfe auf der Suche nach Arbeit – einer dauerhaften stabilen Arbeit – und der Kampf um sie verschlingt all unseren Elan. Wir sind ständig absorbiert von der Jagd nach ihr. Diese Besorgnis, diese Besessenheit, sie nimmt uns ein und lässt uns nicht wieder los. Und es ist ja nicht, dass man die Arbeit mag. Im Gegenteil, wir hassen sie, wir verfluchen sie: Was jedoch nicht verhindert, dass wir sie auf uns nehmen und überall nach ihr suchen. Und während wir über sie schimpfen, so verfluchen wir sie auch wenn wir sie gerade nicht mehr haben, wenn sie instabil ist, wenn sie uns verlässt nach einer gewissen Zeit: Sechs Monaten, einem Monat, einer Woche, einem Tag. Dann also, nach der Woche oder dem Tag, beginnt die Jagd aufs neue; mit all der Erniedrigung, die sie bedeutet für unsere Würde als Menschen, mit der Beleidigung unseres Verhungerns, mit dem moralischen Spott gegen unseren Stolz als Individuen, die sich dieser Beleidigung bewusst sind, die nachgeben und ihre rebellischen Rechte als Anarchisten mit Füssen treten.

 

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