An die Umherirrenden

A5, 16 Seiten

„Wieso [...] soviel über Migration und Rassismus [sprechen], obwohl wir selbst nicht direkt von den Problemen des Umherirrens und der Abschie- bung betroffen sind? Unter dem Zeichen der Prekarität und der Unmög- lichkeit, über unsere Gegenwart und unsere Zukunft zu entscheiden, dringt der Kapitalismus immer umfassender in unser Leben ein: Daher fühlen wir uns im Handeln als Brüder und Schwestern jener Ausgebeuteten, die an den Küsten und Grenzen [diverser Länder] ankommen.
Angesichts des Gefühles ausgeraubt zu werden, das Millionen von Indivi- duen gegenüber dem Warenimperialismus verspüren, der sie alle zwingt, denselben leblosen Traum zu träumen, ist ein Aufruf zum Dialog und zur demokratischen Integration unmöglich. Was die legalistischen Anti- Rassisten auch sagen mögen, es ist zu spät für die heuchlerischen Lektionen bürgerlicher Erziehung. Wenn überall Lager aus dem Boden schiessen, in welche man das Elend verweist [..]; wenn der Ausnamezustand – das heisst, die juridische Suspension von jeglichem Recht – zur Norm wird; wenn man Millionen von menschlichen Wesen in den Reservaten des kapitalistischen Paradieses wortwörtlich verrotten lässt; wenn ganze Stadtteile militarisiert und abgeschirmt werden [...], dann ist es ein geschmackloser Witz über Integration zu sprechen. Unter diesen Zuständen von Verzweiflung und Angst, in diesem globalen Bürgerkrieg, gib es nur zwei mögliche Auswege: Der brudermörderische Konflikt (religiös und durch Clans in allen mögli- chen Varianten), oder der soziale Sturm des Klassenkampfes.“

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